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Die Agenda 2030 und Ihre Ziele.

Die Agenda 2030 schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Das Kernstück der Agenda bildet ein ehrgeiziger Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Die 17 SDGs berücksichtigen erstmals alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen. Die Agenda 2030 gilt für alle Staaten dieser Welt. Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industriestaaten, denn alle müssen ihren Beitrag leisten.

Ziel 12: Verantwortungsvoller Konsum

Ziel 12: Verantwortungsvoller Konsum

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.

Die Menschheit lebt seit langem über ihre ökologischen Verhältnisse. Dies gilt in besonderem Maße für die Industrieländer und die wachsenden ober- und Mittelschichten in vielen Schwellenländern. Der Earth Overshoot Day markiert den Tag im Jahr, an dem weltweit mehr Ressourcen verbraucht worden sind als der Planet im gleichen Jahr regenerieren kann. 1990 war das noch der 7. Dezember, 2016 der 8. August.

Der Wandel zu einer Wirtschafts- und Lebensweise, die die natürlichen Grenzen unseres Planeten respektiert, kann nur gelingen, wenn wir unsere Konsumgewohnheiten und Produktionstechniken umstellen. Dazu sind international gültige Regeln für Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz wichtig.

„Immer wieder gibt der Mensch Geld aus, das er nicht hat, für Dinge, die er nicht braucht, um damit Leuten zu imponieren, die er nicht mag.“

(Danny Kaye, Schauspieler, Komiker und Sänger)

Worum geht es in Witzenhausen?

Ziel 12 zielt auf die notwendige Veränderung unserer Lebensstile und unserer Wirtschaftsweise. Wir sollen nicht mehr Ressourcen verbrauchen, als uns die Erde liefern kann. Insbesondere die Industrieländer werden aufgerufen, ihrer globalen Verantwortung als Konsumenten und Produzenten gerecht zu werden. 
 
Auch für Witzenhausen finden sich dabei viele relevante Themen: effiziente Nutzung von Ressourcen (12.2), weniger Nahrungsmittelverschwendung (12.3), Müllvermeidung (12.5), Nachhaltigkeit in der öffentlichen Beschaffung (12.7) oder Bewusstseinsförderung für eine nachhaltige Lebensweise (12.8). 
 
Folgende Leitfragen können uns helfen, um Herausforderungen für Witzenhausen zu identifiezieren, die wir mit gemeinsamen Projekten adressieren wollen. 

  • Wie können wir nachhaltigen Konsum in Witzenhausen ermöglichen und fördern?
  • Wie steigern wir das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum? 

Helft uns gerne weitere Leitfragen und Herausforderungen zu formulieren. Schreibt uns dazu einfach eine Mail oder nehmt mit uns persönlich Kontakt auf. 

Worum geht es in der Welt?

Die Weltbevölkerung konsumiert gegenwärtig mehr Ressourcen, als die Ökosysteme bereitstellen können. Damit die soziale und wirtschaftliche Entwicklung im Rahmen der Tragfähigkeit der Ökosysteme stattfinden kann, muss die Art und Weise, wie unsere Gesellschaft Güter produziert und konsumiert, grundlegend verändert werden.

Ziel 12 fordert die Umsetzung des Zehnjahresprogramms für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster der UNO. Ein umweltverträglicher Umgang mit Chemikalien und allen Abfällen soll erreicht werden. Das Abfallaufkommen soll durch Wiederverwertung deutlich vermindert werden. Die Nahrungsmittelverschwendung soll halbiert und Unternehmen sollen zu einer nachhaltigen Unternehmensführung ermutigt werden. Ein weiterer Fokus liegt auf der Förderung von Nachhaltigkeitskriterien im öffentlichen Beschaffungswesen.­


12.1: Den Zehnjahres-Programmrahmen für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster umsetzen, wobei alle Länder, an der Spitze die entwickelten Länder, Maßnahmen ergreifen, unter Berücksichtigung des Entwicklungsstands und der Kapazitäten der Entwicklungsländer

12.2: Bis 2030 die nachhaltige Bewirtschaftung und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen erreichen

12.3: Bis 2030 die weltweite Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernteverlusten verringern

12.4: Bis 2020 einen umweltverträglichen Umgang mit Chemikalien und allen Abfällen während ihres gesamten Lebenszyklus in Übereinstimmung mit den vereinbarten internationalen Rahmenregelungen erreichen und ihre Freisetzung in Luft, Wasser und Boden erheblich verringern, um ihre nachteiligen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt auf ein Mindestmaß zu beschränken

12.5: Bis 2030 das Abfallaufkommen durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwertung und Wiederverwendung deutlich verringern

12.6: Die Unternehmen, insbesondere große und transnationale Unternehmen, dazu ermutigen, nachhaltige Verfahren einzuführen und in ihre Berichterstattung Nachhaltigkeitsinformationen aufzunehmen

12.7: In der öffentlichen Beschaffung nachhaltige Verfahren fördern, im Einklang mit den nationalen Politiken und Prioritäten

12.8: Bis 2030 sicherstellen, dass die Menschen überall über einschlägige Informationen und das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung und eine Lebensweise in Harmonie mit der Natur verfügen

12.a: Die Entwicklungsländer bei der Stärkung ihrer wissenschaftlichen und technologischen Kapazitäten im Hinblick auf den Übergang zu nachhaltigeren Konsum- und Produktionsmustern unterstützen

12.b: Instrumente zur Beobachtung der Auswirkungen eines nachhaltigen Tourismus, der Arbeitsplätze schafft und die lokale Kultur und lokale Produkte fördert, auf die nachhaltige Entwicklung entwickeln und anwenden

12.c: Die ineffiziente Subventionierung fossiler Brennstoffe, die zu verschwenderischem Verbrauch verleitet, durch Beseitigung von Marktverzerrungen entsprechend den nationalen Gegebenheiten rationalisieren, unter anderem durch eine Umstrukturierung der Besteuerung und die allmähliche Abschaffung dieser schädlichen Subventionen, um ihren Umweltauswirkungen Rechnung zu tragen, wobei die besonderen Bedürfnisse und Gegebenheiten der Entwicklungsländer in vollem Umfang berücksichtigt und die möglichen nachteiligen Auswirkungen auf ihre Entwicklung in einer die Armen und die betroffenen Gemeinwesen schützenden Weise so gering wie möglich gehalten werden

Deine Ansprechpartnerin

Valentina Binder
Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik (KEPOL)

Telefon: 05542 508656

valentina.binder@witzenhausen.de

 


Mehr Informationen

zu den Themen Fairer Handel und Beschaffung auf den Seiten von Engagement Global


Unser Ziel: Beschaffung2030

Unser Ziel ist es, Produkte und Dienstleistungen nachhaltig, fair und regional zu beschaffen. Der Beschaffungsprozess wird danach ausgerichtet und ständig im Sinne der Nachhaltigkeit verbessert. Um das nachhaltige Profil der Stadt Witzenhausen für die Zukunft weiter auszubauen unterstützt die KEPOL-Stelle die Beschaffenden bei der Umstellung und der Auswahl von nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen.

Langfristig möchten wir diesen Ansatz auf weitere Unternehmungen Witzenhausens (Produktions- und Dienstleistungsbetriebe, Sozial- und Wohlfahrtsverbände) ausweiten, um Synergieeffekte bei der Durchführung von Fortbildungen als auch bei der Beschaffung selber zu nutzen (Kosteneinsparungen). Die Stadt Witzenhausen (einschließlich städtischer Einrichtungen/ Unternehmen) soll zusätzlich bei der Beschaffung als auch bei Investitionen Kriterien wie Langlebigkeit, Reparier- und Recyclingfähigkeit berücksichtigen.


Bestandsaufnahme und Gründung der AG Nachhaltige Beschaffung

2020 haben zwei Workshops zur nachhaltigen Beschaffung für verschiedene Akteur*innen aus Verwaltung, Touristinfo, Stadtwerke, Weltladen, ev.Kirche und Kitas stattgefunden.

Ziel der Workshops war die Vorbereitung einer Strategie zur Umsetzung einer fairen nachhaltigen Beschaffung in Witzenhausen. Dazu wurden die Voraussetzungen in der Verwaltung zu Zuständigkeiten, bestehenden Beschlüssen, die Prüfung von Produktgruppen und der Bedarf u.a. der KITAs und der Stadtwerke geklärt. Wusstet ihr z.B. dass es bereits verschiedene Beschlüsse mit relevanz zu einer nachhaltigen Beschaffung gibt?

Als Bio- und Fairtrade-Stadt hat die Stadt Witzenhausen bereits 2017 einen Beschluss zur fairen Beschaffung gefasst (STV/130/2017):

„Für die Bio-Stadt Witzenhausen ist ökologische, regionale, saisonale und faire Beschaffung selbstverständlich. Der Magistrat wird beauftragt, vermehrt soziale Kriterien bei der Auswahl von Lieferanten und Dienstleistern zu berücksichtigen.“


Konzept "Nachhaltige Beschaffung"

Damit wurde Anfang 2021 die Erarbeitung eines ersten, konkreten Konzeptes zur fairen und nachhaltigen Beschaffung eingeleitet. Dieses orientiert sich an den Kriterien: 

  • Geringer Ressourcenverbrauch
  • Abfallvermeidung
  • Klima- und Umweltfreundlichkeit
  • Sozialstandards (Menschenrechte und Arbeitsrechte)
  • Regionalität 

und umfasst zunächst folgende Produktgruppen: 

  1. Büromaterialien und Papier
  2. Büroausstattung und Büromöbel
  3. Extern vergebene Druckaufträge
  4. Lebensmittel
  5. Stadtmarketing und Geschenkartikel
  6. Städtisches Grün, Blumen, Pflanzen
  7. Baustoffe (insb. Natursteine, Pflastersteine) und Bauleistungen
  8. Arbeitskleidung und Textilien
  9. Reinigungs- und Hygieneartikel
  10. Elektrogeräte

Den ersten Schritt dazu - eine genaue Bestandsanalyse der eingekauften Produkte ist fast abgeschlossen. Aktuell beschaffte Produkte werden nachhaltigen Alternativen gegenübergestellt. Eine Orientierung bieten dabei z.B. Nachhaltigkeitssiegel und -Labels. Diese können übrigens auch für den privaten Einkauf hilfreich sein.Infos zu Siegeln, Gütezeichen und zum nachhaltigen Konsum gibt es bei siegelklarheit oder beim Nachhaltigen Warenkorb .


Erprobung in der Praxis

Im dritten Workshop im Juni 2021 wurde der AG Nachhaltige Beschaffung der aktuelle Umsetzungsstand präsentiert und das Nachhaltige Beschaffungskonzept vorgestellt.

Verschiedene Produktgruppen befinden sich aktuell schon in der Praxisphase: 

1. Die Verwaltung ist auf nachhaltige Büromaterialien umgestiegen. Das sind z.B. nachfüllbare Kugelschreiber, Recyclingpapierblöcke oder Textmarker aus Holz. Wir vermeiden Schadstoffe, Plastik und Einwegartikel.

2. Im Bauamt haben wir einen Test mit Recyclingpapier durchgeführt und demnächst soll die gesamte Verwaltung umstellen. Damit sparen wir künftig jede Menge Holz, CO2, Wasser und Energie ein.

3. Wir haben außerdem einige zertifizierte Büromöbel bestellt - vom Hersteller und Lieferanten aus der Region bzw. vom nachhaltigen Online-Händler.

4. Auch unsere Reinigungsmittel sollen ökologischer werden. Gemeinsam mit dem Reinigungskräften lief hier ebenfalls ein erfolgreicher Test. Künftig kommen fast nur noch Produkte zum Einsatz, die das EU-Ecolabel tragen. Die leeren Behälter gehen zurück an den Hersteller. Hygienepapiere werden ebenfalls auf Recyclingprodukte umgestellt.

5. Die Arbeitskleidung vom Bauhof ist bereits unter fairen Bedingungen produziert und Fair Wear zertifiziert. Die Shirts vom Cherryman bestehen aus Biobaumwolle und die Neubürgertaschen aus fair gehandelter Baumwolle.


Beschluss durch Magistrat und Stadtverordnete

Der nächste Schritt ist nun die Erstellung einer Beschlussvorlage für den Magistrat und die Stadtverordneten.