Preloader
Logo The Global Goals

Die Agenda 2030 und Ihre Ziele.

Die Agenda 2030 schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Das Kernstück der Agenda bildet ein ehrgeiziger Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Die 17 SDGs berücksichtigen erstmals alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen. Die Agenda 2030 gilt für alle Staaten dieser Welt. Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industriestaaten, denn alle müssen ihren Beitrag leisten.

Ziel 7: Erneuerbare Energien

Ziel 7: Erneuerbare Energien

Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern.

Knapp 80% der weltweit erzeugten Energie stammt immer noch aus fossilen Energieträgern. Aus der Verbrennung fossiler Energieträger entstehen unter anderem Kosten für das Gesundheitssystem durch die Luftbelastung und Kosten durch Klimaschäden, die der Allgemeinheit und nicht nur den Verursachern schaden.

„Kernkraftwerke hinzustellen, ohne zu wissen, wo der Atommüll endlagert werden kann, ist wie das Abziehen einer Handgranate bevor man weiß, wo man sie hinwerfen wird.“

(Dieter Hildebrandt, Kabarettist, Schauspieler und Buchautor)

Worum geht es in Witzenhausen?

Zu Erneuerbaren Energien gibt es in der Agenda 2030 drei Unterziele: 1. Den Zugang zu bezahlbaren, verlässlichen und modernen Energiedienstleistungen sichern, 2. den Anteil erneuerbarer Energie erhöhen, 3. die Energieeffizienz steigern. 
 
Dies deckt sich mit den Zielen des Werra- Meißner-Kreises, wie sie im Integrierten Klimaschutzkonzept detailliert mit einer Perspektive auf das Jahr 2030 formuliert sind. Dieser und somit auch die Stadt Witzenhausen sind zudem Mitglied im Netzwerk „100% Erneuerbare Energie Region“. Witzenhausen verfügt ebenfalls über ein eigenes, kommunales Klimaschutzkonzept. 

Folgende Leitfragen können uns helfen, um Herausforderungen für Witzenhausen zu identifiezieren, die wir mit gemeinsamen Projekten adressieren wollen:

  • Welche Schritte müssen in Witzenhausen noch unternommen werden, um die gesamtstädtische Energie (Verwaltung, Haushalte, Unternehmen, Universität) zu 100 % regenerativ vor Ort zu erzeugen und Versorgungssicherheit zu gewährleisten?
  • Wie können vermehrt Erneuerbare Energien in den Bereichen Verkehr und Wärme eingesetzt werden?
  • Wie kann ein breiteres Engagement in diesem Bereich erzeugt werden?

Helft uns gerne weitere Leitfragen und Herausforderungen zu formulieren. Schreibt uns dazu einfach eine Mail oder nehmt mit uns persönlich Kontakt auf.

Worum geht es in der Welt?

Der Zugang zu Energie ist eine unerlässliche Voraussetzung für die Verwirklichung vieler Ziele im Bereich nachhaltige Entwicklung. Die Ziele gehen dabei weit über den Energiesektor hinaus: Überwindung von Armut, Erhöhung der Nahrungsmittelproduktion, Bereitstellung von sauberem Wasser, Verbesserung der öffentlichen Gesundheit, Ausbau des Bildungswesens, Wirtschaftsförderung oder Förderung der Frauen. Heute haben weltweit 1.6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Elektrizität, und 2.5 Milliarden Menschen hängen von traditioneller Biomasse als Energiequelle ab.

Ziel 7 fordert daher den allgemeinen Zugang zu bezahlbaren, verlässlichen und modernen Energiedienstleistungen. Weil nachhaltige Entwicklung eine klimafreundliche wirtschaftliche Entwicklung bedingt, soll der Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix deutlich erhöht und die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz verdoppelt werden. Forschung in den Bereichen erneuerbare Energie und Energieeffizienz soll gefördert werden, ebenso Investitionen in die Energieinfrastruktur und saubere Energietechnologien.


7.1: Bis 2030 den allgemeinen Zugang zu bezahlbaren, verlässlichen und modernen Energiedienstleistungen sichern

7.2: Bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix deutlich erhöhen

7.3: Bis 2030 die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz verdoppeln

7.a: Bis 2030 die internationale Zusammenarbeit verstärken, um den Zugang zur Forschung und Technologie im Bereich saubere Energie, namentlich erneuerbare Energie, Energieeffizienz sowie fortschrittliche und saubere Technologien für fossile Brennstoffe, zu erleichtern, und Investitionen in die Energieinfrastruktur und saubere Energietechnologien fördern

7.b: Bis 2030 die Infrastruktur ausbauen und die Technologie modernisieren, um in den Entwicklungsländern und insbesondere in den am wenigsten entwickelten Ländern, den kleinen Inselentwicklungsländern und den Binnenentwicklungsländern im Einklang mit ihren jeweiligen Unterstützungsprogrammen moderne und nachhaltige Energiedienstleistungen für alle bereitzustellen

Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz

Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz

Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.

Wassermangel, Dürre, Wirbelstürme und Überschwemmungen sind nur einige der vielen Folgen des globalen Klimawandels und Ursache für Migration. Derzeit sind etwa 20 Millionen Menschen gezwungen, infolge klimabedingter Ereignisse ihre Heimat zu verlassen.

Der Klimawandel stoppt nicht an Ländergrenzen und seine Auswirkungen beschränken sich nicht auf einzelne Politikfelder, Wirtschaftszweige oder soziale Gruppen. Auch die internationalen Bemühungen zur Eindämmung des Klimawandels müssen die zahlreichen Wechselwirkungen berücksichtigen, die sich zwischen diesen Bereichen ergeben.

„Der Klimawandel ist wie ein Asteroideneinschlag in Super-Zeitlupe. Wir verdrängen ihn wegen seiner Langsamkeit.“

(Hans Joachim Schellnhuber, Direktor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung )

Worum geht es in Witzenhausen?

In Ziel 13 wird u.a. gefordert, Klimaschutzmaßahmen in nationale Politik, Strategien und Planungen einzubeziehen sowie über das Thema aufzuklären und Kapazitäten aufzubauen, um den Klimawandel abzuschwächen. Zudem geht es um die Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel. Weitere Details, wie die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf unter 2 Grad Celsius, sind im internationalen Klimaschutzabkommen von Paris (2015) festgehalten. 
 
Für einen erfolgreichen Klimaschutz spielen zahlreiche Handlungsfelder wie Energie, Verkehr, Landwirtschaft, Gebäude, Industrie und Gewerbe eine Rolle. Insofern gibt es hier Überschneidungen mit anderen Nachhaltigkeits-Zielen.  
 
Folgende Leitfragen können uns helfen, um Herausforderungen für Witzenhausen zu identifiezieren, die wir mit gemeinsamen Projekten adressieren wollen. 

  • Mit welchen Maßnahmen leistet Witzenhausen einen Beitrag zu den nationalen Klimaschutzzielen? 
  • Wie können wir unser Know-how anderen Kommunen zur Verfügung stellen? 

Helft uns gerne weitere Leitfragen und Herausforderungen zu formulieren. Schreibt uns dazu einfach eine Mail oder nehmt mit uns persönlich Kontakt auf. 

Worum geht es in der Welt?

Der Klimawandel stellt eine zentrale Herausforderung für nachhaltige Entwicklung dar. Die Erwärmung der Erdatmosphäre löst Veränderungen im globalen Klimasystem aus. Diese gefährden in wenig entwickelten Weltregionen die Lebensgrundlagen weiter Bevölkerungsteile, während in entwickelten Gegenden vor allem die Infrastruktur und einzelne Wirtschaftszweige den Risiken des Klimawandels ausgesetzt sind. Durch Veränderungen der Niederschlags- und Temperaturzyklen sind zudem Ökosysteme, wie z.B. Wälder, landwirtschaftliche Kulturflächen, Berggebiete und Ozeane sowie die darin lebenden Pflanzen, Tiere und Menschen betroffen. Weltweit stieg der Ausstoss von Kohlendioxid (CO2) zwischen 1990 und 2012 um über 50%.

Ziel 13 fordert die Staaten dazu auf, Klimaschutzmassnahmen in ihre nationalen Politiken einzubeziehen und sich gegenseitig bei den Herausforderungen zu unterstützen. Im Rahmen von Ziel 13 wird  das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen als das zentrale internationale zwischenstaatliche Forum für Verhandlungen über die globale Antwort auf den Klimawandel anerkannt. In Ergänzung zu diesen Verhandlungen geht es um eine Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber klimabedingten Naturkatastrophen. Das Versprechen  der entwickelten Länder, bis 2020 gemeinsam jährlich 100 Milliarden Dollar aus allen Quellen aufzubringen, um die Entwicklungsländer bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen, wird bekräftigt.


13.1: Die Widerstandskraft und die Anpassungsfähigkeit gegenüber klimabedingten Gefahren und Naturkatastrophen in allen Ländern stärken

13.2: Klimaschutzmassnahmen in die nationalen Politiken, Strategien und Planungen einbeziehen

13.3: Die Aufklärung und Sensibilisierung sowie die personellen und institutionellen Kapazitäten im Bereich der Abschwächung des Klimawandels, der Klimaanpassung, der Reduzierung der Klimaauswirkungen sowie der Frühwarnung verbessern

13.a: Die Verpflichtung erfüllen, die von den Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, die entwickelte Länder sind, übernommen wurde, bis 2020 gemeinsam jährlich 100 Milliarden Dollar aus allen Quellen aufzubringen, um den Bedürfnissen der Entwicklungsländer im Kontext sinnvoller Klimaschutzmassnahmen und einer transparenten Umsetzung zu entsprechen, und den Grünen Klimafonds vollständig zu operationalisieren, indem er schnellstmöglich mit den erforderlichen Finanzmitteln ausgestattet wird

13.b: Mechanismen zum Ausbau effektiver Planungs- und Managementkapazitäten im Bereich des Klimawandels in den am wenigsten entwickelten Ländern und kleinen Inselentwicklungsländern fördern, unter anderem mit gezielter Ausrichtung auf Frauen, junge Menschen sowie lokale und marginalisierte Gemeinwesen

Ziel 17: Partnerschaften, um die Ziele zu erreichen

Ziel 17: Partnerschaften, um die Ziele zu erreichen

Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen.

Die 17 Ziele können nur durch eine starke globale Partnerschaft erreicht werden. Regierungen, die Zivilgesellschaft und Unternehmen müssen gemeinsam an ihrer Umsetzung arbeiten. „Niemanden zurücklassen“, ist das Oberprinzip der Agenda 2030. Die UN-Mitgliedstaaten haben sich darauf verpflichtet, diejenigen zuerst zu erreichen, die am weitesten zurückliegen.

Die Mittel für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit sind in den ärmsten Ländern in den letzten Jahren allerdings gesunken. Gerade fünf Länder haben ihr Versprechen für die ODA-Quote – das ist der Anteil der öffentlichen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit am Bruttonationaleinkommen – von 0,7 Prozent eingehalten. Auch Deutschland erfüllt die ODA-Quote noch nicht, hat seine Ausgaben in den letzten Jahren aber kontinuierlich gesteigert.

Wir können die erste Generation sein, der es gelingt, die Armut zu beseitigen, ebenso wie wir die letzte sein könnten, die die Chance hat, unseren Planeten zu retten.

(Ban-Ki Moon, UN-Generalsekretär von 2007 bis 2016)

Worum geht es in Witzenhausen?

Das alte Geber-Nehmer-Denken in der internationalen Zusammenarbeit soll überwunden werden. Stattdessen werden Kooperationen „auf Augenhöhe“ angestrebt. Dabei wird ausdrücklich die Einbeziehung von Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft angestrebt – auch auf lokaler Ebene. Insgesamt 19 Unterziele in fünf Bereichen wurden in diesem Zusammenhang formuliert – von der Finanzierung der Entwicklungspolitik über Technologietransfer, ein gerechtes Handelssystem bis zu systemischen Fragen. 

Für Witzenhausen besonders relevant scheinen die Unterziele zu Multi-AkteurPartnerschaften, wo es um Austausch von Wissen, Fachkenntnissen und Ressourcen geht, um nachhaltige Entwicklung gegenseitig zu unterstützen. Dabei sind sowohl öffentliche, öffentlich-private als auch zivilgesellschaftliche Kooperationen gefragt. 
 
Folgende Leitfragen können uns helfen, um Herausforderungen für Witzenhausen zu identifiezieren, die wir mit gemeinsamen Projekten adressieren wollen.

  • Welche Partnerschaften bestehen und in welchen Netzwerken mit Nachhaltigkeitsbezug ist Witzenhausen Mitglied? 
  • Wie können die Partnerschaften mit Bezug auf die SDGs weiterentwickelt werden?
  • Können die zahlreichen Aktivitäten in diesem Bereich zielgerichteter zusammenarbeiten?

Helft uns gerne weitere Leitfragen und Herausforderungen zu formulieren. Schreibt uns dazu einfach eine Mail oder nehmt mit uns Kontakt auf. 

Worum geht es in der Welt?

Um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung erfolgreich umzusetzen, braucht es eine umfassende Finanzierungsbasis, welche über die Gelder der öffentlichen Entwicklungshilfe hinausgehen. Neben öffentlichen und privaten Mitteln soll auch die Politik einen grösseren Beitrag zum Erreichen der Ziele leisten. Im Juli 2015 hat sich die Staatengemeinschaft dazu auf ein neues Rahmenwerk zur Finanzierung und Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung geeinigt – die Addis Abeba Aktionsagenda.

Die entwickelten Länder erneuern in Ziel 17 die Zusage, 0.7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für öffentliche Entwicklungshilfe aufzuwenden. Um die Abhängigkeit von ausländischer Unterstützung zu senken, soll die Mobilisierung einheimischer Ressourcen gestärkt werden. Die internationale Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft, Technologie und Innovation soll verstärkt sowie ein gerechtes multilaterales Handelssystem gefördert werden. Zudem soll die makroökonomische Stabilität und die Politikkohärenz zugunsten nachhaltiger Entwicklung gefördert werden.


Finanzierung

17.1: Die Mobilisierung einheimischer Ressourcen verstärken, einschliesslich durch internationale Unterstützung für die Entwicklungsländer, um die nationalen Kapazitäten zur Erhebung von Steuern und anderen Abgaben zu verbessern

17.2: Sicherstellen, dass die entwickelten Länder ihre Zusagen im Bereich der öffentlichen Entwicklungshilfe voll einhalten, einschliesslich der von vielen entwickelten Ländern eingegangenen Verpflichtung, die Zielvorgabe von 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für öffentliche Entwicklungshilfe zugunsten der Entwicklungsländer und 0,15 bis 0,20 Prozent zugunsten der am wenigsten entwickelten Länder zu erreichen; den Gebern öffentlicher Entwicklungshilfe wird nahegelegt, die Bereitstellung von mindestens 0,20 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens zugunsten der am wenigsten entwickelten Länder als Zielsetzung zu erwägen

17.3: Zusätzliche finanzielle Mittel aus verschiedenen Quellen für die Entwicklungsländer mobilisieren

17.4: Den Entwicklungsländern dabei behilflich sein, durch eine koordinierte Politik zur Förderung der Schuldenfinanzierung, der Entschuldung beziehungsweise der Umschuldung die langfristige Tragfähigkeit der Verschuldung zu erreichen, und das Problem der Auslandsverschuldung hochverschuldeter armer Länder angehen, um die Überschuldung zu verringern

17.5: Investitionsförderungssysteme für die am wenigsten entwickelten Länder beschliessen und umsetzen

Technologie

17.6: Die regionale und internationale Nord-Süd- und Süd-Süd-Zusammenarbeit und Dreieckskooperation im Bereich Wissenschaft, Technologie und Innovation und den Zugang dazu verbessern und den Austausch von Wissen zu einvernehmlich festgelegten Bedingungen verstärken, unter anderem durch eine bessere Abstimmung zwischen den vorhandenen Mechanismen, insbesondere auf Ebene der Vereinten Nationen, und durch einen globalen Mechanismus zur Technologieförderung

17.7: Die Entwicklung, den Transfer, die Verbreitung und die Diffusion von umweltverträglichen Technologien an die Entwicklungsländer zu gegenseitig vereinbarten günstigen Bedingungen, einschliesslich Konzessions- und Vorzugsbedingungen, fördern

17.8: Die Technologiebank und den Mechanismus zum Kapazitätsaufbau für Wissenschaft, Technologie und Innovation für die am wenigsten entwickelten Länder bis 2017 vollständig operationalisieren und die Nutzung von Grundlagentechnologien, insbesondere der Informations- und Kommunikationstechnologien, verbessern

Kapazitätsaufbau

17.9: Die internationale Unterstützung für die Durchführung eines effektiven und gezielten Kapazitätsaufbaus in den Entwicklungsländern verstärken, um die nationalen Pläne zur Umsetzung aller Ziele für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen, namentlich im Rahmen der Nord-Süd- und Süd-Süd-Zusammenarbeit und der Dreieckskooperation

Handel

17.10: Ein universales, regelgestütztes, offenes, nichtdiskriminierendes und gerechtes multilaterales Handelssystem unter dem Dach der Welthandelsorganisation fördern, insbesondere durch den Abschluss der Verhandlungen im Rahmen ihrer Entwicklungsagenda von Doha

17.11: Die Exporte der Entwicklungsländer deutlich erhöhen, insbesondere mit Blick darauf, den Anteil der am wenigsten entwickelten Länder an den weltweiten Exporten bis 2020 zu verdoppeln

17.12: Die rasche Umsetzung des zoll- und kontingentfreien Marktzugangs auf dauerhafter Grundlage für alle am wenigsten entwickelten Länder im Einklang mit den Beschlüssen der Welthandelsorganisation erreichen, unter anderem indem sichergestellt wird, dass die für Importe aus den am wenigsten entwickelten Ländern geltenden präferenziellen Ursprungsregeln transparent und einfach sind und zur Erleichterung des Marktzugangs beitragen

Systemische Fragen

Politik- und institutionelle Kohärenz

17.13: Die globale makroökonomische Stabilität verbessern, namentlich durch Politikkoordinierung und Politikkohärenz

17.14: Die Politikkohärenz zugunsten nachhaltiger Entwicklung verbessern

17.15: Den politischen Spielraum und die Führungsrolle jedes Landes bei der Festlegung und Umsetzung von Politiken zur Armutsbeseitigung und für nachhaltige Entwicklung respektieren

Multi-Akteur-Partnerschaften

17.16: Die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung ausbauen, ergänzt durch Multi-Akteur-Partnerschaften zur Mobilisierung und zum Austausch von Wissen, Fachkenntnissen, Technologie und finanziellen Ressourcen, um die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung in allen Ländern und insbesondere in den Entwicklungsländern zu unterstützen

17.17: Die Bildung wirksamer öffentlicher, öffentlich-privater und zivilgesellschaftlicher Partnerschaften aufbauend auf den Erfahrungen und Mittelbeschaffungsstrategien bestehender Partnerschaften unterstützen und fördern

Daten, Überwachung und Rechenschaft

17.18: Bis 2020 die Unterstützung des Kapazitätsaufbaus für die Entwicklungsländer und namentlich die am wenigsten entwickelten Länder und die kleinen Inselentwicklungsländer erhöhen, mit dem Ziel, über erheblich mehr hochwertige, aktuelle und verlässliche Daten zu verfügen, die nach Einkommen, Geschlecht, Alter, Rasse, Ethnizität, Migrationsstatus, Behinderung, geografischer Lage und sonstigen im nationalen Kontext relevanten Merk-malen aufgeschlüsselt sind

17.19: Bis 2030 auf den bestehenden Initiativen aufbauen, um Fortschrittsmasse für nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten, die das Bruttoinlandsprodukt ergänzen, und den Aufbau der statistischen Kapazitäten der Entwicklungsländer unterstützen

Deine Ansprechpartnerin

Valentina Binder
Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik (KEPOL)

Telefon: 05542 508656

valentina.binder@witzenhausen.de


Isabella Junker
Uganda Team e.V.

Telefon: 0151 22565110

Info@Uganda-Team.de


Mehr Informationen

zum Programm ASA-Kommunal auf den Seiten von Engagement Global


Projektbericht

Download (2 MB)

Witzenhausen und Kayunga (Uganda): Studie zu solarbetriebenen Straßenlaternen

Über den Verein Uganda-Team Witzenhausen e.V. pflegen Witzenhausen und Kayunga bereits seit 1993 partnerschaftliche Beziehungen. Neben der Stadtverwaltung ist auf ugandischer Seite die Kayunga Community Development Association (KCDA) ein wichtiger Kooperationspartner, eine Organisation, die sich für die nachhaltige Entwicklung in der Gemeinde einsetzt. Im Jahr 2010 wurde die Partnerschaft zwischen den beiden Städten auch offiziell besiegelt.


Im Jahr 2017 hat das Uganda-Team eine Besuchergruppe aus Kayunga nach Witzenhausen eingeladen. Hier sprachen die Partnerinnen und Partner u.a. über die Gefahren unbeleuchteter Straßen in Kayunga und den möglichen Einsatz von Solar-Straßenlampen. Diese wären vorteilhaft, da es in der Stadt häufig zu längeren Stromausfällen kommt. Um die Sicherheit in der Dunkelheit zu erhöhen, besonders für die Fußgängerinnen und Fußgänger, sollen in Kayunga Solarlampen entlang von Straßen angebracht werden. Im Rahmen von weiteren Gesprächen entstand der Plan, eine Machbarkeitsstudie zu diesem Vorhaben zu entwickeln und mit einem Austausch zu kombinieren. In diesem Zusammenhang initiierten Akteurinnen und Akteure der Partnerschaft im Jahr 2019 ein ASA-Kommunal global Projekt, bei welchen der Wissensaustausch über Solarenergie und -technologien im Vordergrund stand: Die Aufgabe der vier Teilnehmenden aus Uganda und Deutschland war es, dieses Wissen zusammenzutragen und die Durchführbarkeit eines Solarlampenprojekts zu prüfen.


Während der drei Monate in Deutschland machten sich die Teilnehmenden beider Länder, unter ihnen Studierende der Energietechnik und des Wirtschaftsingenieurwesens, mit erneuerbaren Energien und Solartechnik vertraut. Erst theoretisch, dann aber auch mit sehr handfester praktischer Erfahrung konnten sich die vier mit den technischen und marktspezifischen Eigenheiten solarbetriebener elektrischer Systeme auseinandersetzen. Dadurch erlangten sie auch einen Überblick über verfügbare Technologien und deren Nutzung in Deutschland. Ein besonderer Fokus lag dabei auf Photovoltaikanlagen (PV). Daneben konnten sie mit den Stadtwerken Witzenhausen Solar- und Windparks sowie Biogasanlagen besichtigen und auch eine Solar-Straßenlampe genauer unter die Lupe nehmen. Durch den Austausch mit lokalen Organisationen und der Gemeindeverwaltung erlangten die Teilnehmenden tiefere Einblicke in die Kommunale Entwicklungspolitik und internationale Projektarbeit.
Die Zeit in Uganda nutzten die ASA-Kommunal-Teilnehmenden für die Machbarkeitsstudie zu solarbetriebenen Straßenlaternen in Kayunga. Auf der Grundlage des erworbenen technischen Wissens analysierten die Teilnehmenden den ugandischen Markt für erneuerbare Energien und identifizierten lokale Anbieter und Produkte.
Anschließend ging es um die konkrete Machbarkeit: So erarbeitete das Team beispielsweise Empfehlungen, ob ein zentrales System oder dezentrales System sinnvoller wäre, sowie Lösungsmöglichkeiten für das Staubproblem, das die Leistung der Solarpanels negativ beeinflusst. Die Teilnehmenden erhielten außerdem Einblicke in die Arbeit relevanter Abteilungen der Stadtverwaltung Kayungas. In Kooperation mit der Stadtverwaltung definierten sie potenzielle Standorte und berücksichtigten dabei auch Kosten und Aufwand der Installation der Straßenlaternen. Die Ergebnisse der Studie legten die ASA-Kommunal-Teilnehmenden der Gemeindeverwaltung vor, die diese in der Planung potenzieller solarbetriebener Straßenlaternen berücksichtigen wird.


Die Zusammenarbeit im Team, bei der alle Teilnehmenden ihre ganz speziellen Kenntnisse und Erfahrungen eingebracht hatten und die deshalb auf Augenhöhe stattfand, hat das Bewusstsein für erneuerbare Energien nicht nur in Kayunga, sondern auch in Witzenhausen vorangebracht. Das Netzwerk für die entwicklungspolitische Zusammenarbeit konnte erweitert und Bürgerinnen und Bürger aus Witzenhausen für die Thematik der erneuerbaren Energien im internationalen Kontext, speziell mit Bezug zu Afrika, sensibilisiert werden. Das Projekt kann so Motor und Anschub für nachhaltige Entwicklung in beiden Kommunen sein. Zudem waren die Begegnungen zwischen den Kulturen eine Bereicherung für alle Beteiligten, die nicht nur zur Vermittlung persönlicher Kontakte führten, sondern auch die Augen öffneten für die Belange und Vorgehensweisen der jeweils anderen Seite. Das alles hat die kommunale Partnerschaft zwischen Kayunga und Witzenhausen weiter intensiviert und um eine neue Facette bereichert.


Wie es nach der Machbarkeitsstudie weitergeht, ist noch nicht klar. Natürlich würden sich alle Beteiligten freuen, wenn es zu einer Realisierung einer solarbetriebenen Straßenbeleuchtung in Kayunga kommen würde. Wie eine solche Realisierung finanziert werden kann, ist aber nicht Teil der Machbarkeitsstudie. Diese Frage muss unter Federführung vom KTC (Kayunga Town Council) in den kommenden Monaten geklärt werden. Das Uganda-Team Witzenhausen steht dabei natürlich für eine enge Zusammenarbeit bereit, wie das auch bei vergangenen Projekten bereits der Fall war. Hierzu zählt beispielweise das Nakopa-Projekt (Nachhaltige Kommunalentwicklung für Partnerschaftsprojekte), welches die beiden Städte zwischen 2015 und 2018 realisierten: In Kayunga wurde eine Feuerwehr gegründet, die entsprechende Ausbildung organisiert und ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug geliefert.