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Unser Ziel: Beschaffung2030
Unser Ziel ist es, Produkte und Dienstleistungen nachhaltig, fair und regional zu beschaffen. Der Beschaffungsprozess wird danach ausgerichtet und ständig im Sinne der Nachhaltigkeit verbessert. Um das nachhaltige Profil der Stadt Witzenhausen für die Zukunft weiter auszubauen unterstützt die KEPOL-Stelle die Beschaffenden bei der Umstellung und der Auswahl von nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen.
Langfristig möchten wir diesen Ansatz auf weitere Unternehmungen Witzenhausens (Produktions- und Dienstleistungsbetriebe, Sozial- und Wohlfahrtsverbände) ausweiten, um Synergieeffekte bei der Durchführung von Fortbildungen als auch bei der Beschaffung selber zu nutzen (Kosteneinsparungen). Die Stadt Witzenhausen (einschließlich städtischer Einrichtungen/ Unternehmen) soll zusätzlich bei der Beschaffung als auch bei Investitionen Kriterien wie Langlebigkeit, Reparier- und Recyclingfähigkeit berücksichtigen.
Bestandsaufnahme und Gründung der AG Nachhaltige Beschaffung
2020 haben zwei Workshops zur nachhaltigen Beschaffung für verschiedene Akteur*innen aus Verwaltung, Touristinfo, Stadtwerke, Weltladen, ev.Kirche und Kitas stattgefunden.
Ziel der Workshops war die Vorbereitung einer Strategie zur Umsetzung einer fairen nachhaltigen Beschaffung in Witzenhausen. Dazu wurden die Voraussetzungen in der Verwaltung zu Zuständigkeiten, bestehenden Beschlüssen, die Prüfung von Produktgruppen und der Bedarf u.a. der KITAs und der Stadtwerke geklärt. Wusstet ihr z.B. dass es bereits verschiedene Beschlüsse mit relevanz zu einer nachhaltigen Beschaffung gibt?
Als Bio- und Fairtrade-Stadt hat die Stadt Witzenhausen bereits 2017 einen Beschluss zur fairen Beschaffung gefasst (STV/130/2017):
„Für die Bio-Stadt Witzenhausen ist ökologische, regionale, saisonale und faire Beschaffung selbstverständlich. Der Magistrat wird beauftragt, vermehrt soziale Kriterien bei der Auswahl von Lieferanten und Dienstleistern zu berücksichtigen.“
Konzept "Nachhaltige Beschaffung"
Damit wurde Anfang 2021 die Erarbeitung eines ersten, konkreten Konzeptes zur fairen und nachhaltigen Beschaffung eingeleitet. Dieses orientiert sich an den Kriterien:
- Geringer Ressourcenverbrauch
- Abfallvermeidung
- Klima- und Umweltfreundlichkeit
- Sozialstandards (Menschenrechte und Arbeitsrechte)
- Regionalität
und umfasst zunächst folgende Produktgruppen:
- Büromaterialien und Papier
- Büroausstattung und Büromöbel
- Extern vergebene Druckaufträge
- Lebensmittel
- Stadtmarketing und Geschenkartikel
- Städtisches Grün, Blumen, Pflanzen
- Baustoffe (insb. Natursteine, Pflastersteine) und Bauleistungen
- Arbeitskleidung und Textilien
- Reinigungs- und Hygieneartikel
- Elektrogeräte
Den ersten Schritt dazu - eine genaue Bestandsanalyse der eingekauften Produkte ist fast abgeschlossen. Aktuell beschaffte Produkte werden nachhaltigen Alternativen gegenübergestellt. Eine Orientierung bieten dabei z.B. Nachhaltigkeitssiegel und -Labels. Diese können übrigens auch für den privaten Einkauf hilfreich sein.Infos zu Siegeln, Gütezeichen und zum nachhaltigen Konsum gibt es bei siegelklarheit oder beim Nachhaltigen Warenkorb .
Erprobung in der Praxis
Im dritten Workshop im Juni 2021 wurde der AG Nachhaltige Beschaffung der aktuelle Umsetzungsstand präsentiert und das Nachhaltige Beschaffungskonzept vorgestellt.
Verschiedene Produktgruppen befinden sich aktuell schon in der Praxisphase:
1. Die Verwaltung ist auf nachhaltige Büromaterialien umgestiegen. Das sind z.B. nachfüllbare Kugelschreiber, Recyclingpapierblöcke oder Textmarker aus Holz. Wir vermeiden Schadstoffe, Plastik und Einwegartikel.
2. Im Bauamt haben wir einen Test mit Recyclingpapier durchgeführt und demnächst soll die gesamte Verwaltung umstellen. Damit sparen wir künftig jede Menge Holz, CO2, Wasser und Energie ein.
3. Wir haben außerdem einige zertifizierte Büromöbel bestellt - vom Hersteller und Lieferanten aus der Region bzw. vom nachhaltigen Online-Händler.
4. Auch unsere Reinigungsmittel sollen ökologischer werden. Gemeinsam mit dem Reinigungskräften lief hier ebenfalls ein erfolgreicher Test. Künftig kommen fast nur noch Produkte zum Einsatz, die das EU-Ecolabel tragen. Die leeren Behälter gehen zurück an den Hersteller. Hygienepapiere werden ebenfalls auf Recyclingprodukte umgestellt.
5. Die Arbeitskleidung vom Bauhof ist bereits unter fairen Bedingungen produziert und Fair Wear zertifiziert. Die Shirts vom Cherryman bestehen aus Biobaumwolle und die Neubürgertaschen aus fair gehandelter Baumwolle.
Beschluss durch Magistrat und Stadtverordnete
Der nächste Schritt ist nun die Erstellung einer Beschlussvorlage für den Magistrat und die Stadtverordneten.

